BERÜHRT. DESINFIZIERT.

Resistente Keime werden am einfachsten über die Hände übertragen.

1/3 aller Keimübertragungen erfolgen über die Hände - besonders relevant ist dieser Weg bei multiresistenten Bakterien und Clostridioides difficile.

Schon nach einer kurzen ambulanten Konsultation mit multiresistent Besiedelten finden sich auf 6% der Hände des Personals der resistente Keim.1

Beispiele aus der Literatur:

  • MRSA (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus): Wenn die Händehygienecompliance von 48% auf 66% steigt, werden MRSA-Übertragungen um 87% reduziert.2
  • VRE (Vancomycin-resistente Enterokokken): Händehygiene führt zu einer 47% Reduktion von VRE-Acquisition.3
  • CRAB (Carbapenem-resistente Acinetobacter baumannii): Ein Händehygieneprogramm reduziert auch die CRAB-Prävalenz in Spitälern signifikant.4

1 Mody L. et al. Nat Commun. 2025 Mar 13;16(1):2487.

2 Pittet D. et al. Lancet. 2000 Oct 14;356(9238):1307-12.

3 De Angelis G. et al. J Antimicrob Chemother. 2014 May;69(5):1185-92.

4 Chen YC. et al. , PLOS ONE 2011;6(11):e27163.

Deshalb ist unser Standard: Händedesinfektion nach jedem Patientenkontakt.

ANGEFASST. DESINFIZIERT.

Die unmittelbare Patientenumgebung (Bett, Tisch, Monitor, …) trägt oft die gleichen Keime wie ein:e Patient:in.

Viele Studien konnten zeigen, dass sich am Patientenbett und in der unmittelbaren Umgebung darum herum die gleichen Keime finden wie bei Patient:innen. Gut sichtbar ist das in folgender Graphik die Nachweise von Carbapenemasebildnern direkt um Patient:innen zeigen – an Bett, Infusionspumpe und Nachttisch.

Deshalb ist unser Standard: Händedesinfektion nach Kontakt mit der Patientenumgebung, auch wenn wir Patient:innen nicht berühren. 

HAUT ZEIGEN.

Uhr und Handschmuck machen Händedesinfektion unzuverlässig.

Ein Fingerring führt zu einem erhöhten Risiko pathogene Keime an den Händen mitzutragen (OR 2.6), mehrere Ringe zu einem noch stärker erhöhten Risiko (OR 4.6) (Trick WE. El al. Clin Infect Dis. 2003 Jun 1;36(11):1383-90.)

An Händen und Handgelenken mit Uhren oder Schmuck finden sich um ein vielfaches höhere Keimzahlen – Uhren und Schmuck bieten Bakterien Reservoire (z.B. Fagernes M. J Adv Nurs. 2011 Feb;67(2):297-307).

Freie Hände und Handgelenke im Klinikalltag – im Ausland oft radikaler «bare below the elbow» - sind mit besserer Händehygiene assoziiert (z.B. Farrington RM. et al. J Hosp Infect. 2010 Jan;74(1):86-8. / Szumska E. et al. Int J Environ Res Public Health. 2023 Mar 2;20(5):4435.).

Deshalb ist unser Standard: Hände und Handgelenke frei. Uhr und Handschmuck ins Schliessfach oder die Kitteltasche.

BENUTZT. DESINFIZIERT.

Ultraschallsonde, Stethoskop, Blutdruckmanschette, Fieberthermometer und ähnliches: Auch Geräte können Keime weitertragen.

Etwa 20% der Stethoskope sind mit Spitalkeimen kontaminiert (Lee R. et al. PLoS One. 2021 Apr 22;16(4):e0250455.) – und unsere Stethoskope wandern mit uns oft von Patient:in zu Patient:in. 

Ähnliches wurde für Fieberthermometer, Blutdruckmanschetten und Ultraschallsonden beobachtet (z.B. Mullins K. J Ultrasound Med. 2020 Oct;39(10):1957-1963.) – Geräte spielen in Ausbrüchen oft eine Rolle (Kanamori H. et al. Clin Infect Dis. 2017 Oct 15;65(8):1412-1419.).

Deshalb ist unser Standard: Desinfektion nach jedem Gebrauch.