Inselspital gehört zu den erfolgreichsten Forschungsstandorten im IICT-Programm des SNF

Von 51 eingereichten Forschungsprojekten fördert der Schweizerische Nationalfonds (SNF) im aktuellen IICT-Programm lediglich fünf. Drei davon stehen unter der Leitung des Inselspitals. Zwei Projekte verantwortet das Inselspital allein, ein weiteres gemeinsam mit dem Universitätsspital Basel. Dieses Ergebnis unterstreicht die starke Position des Inselspitals in der patientenorientierten klinischen Forschung und sein Engagement in der akademischen Medizin.

Mit dem Förderprogramm «Investigator Initiated Clinical Trials (IICT)» unterstützt der Schweizerische Nationalfonds klinische Studien zu Fragestellungen, die für Patient:innen besonders relevant sind, aber nicht im Fokus der Industrie stehen. Ein besonderes Merkmal des Programms ist die Einbindung von Patient:innen in die Auswahl der geförderten Projekte: Sie bringen die Perspektive und Bedürfnisse Betroffener direkt in den Evaluationsprozess ein.

Dass gleich drei der fünf geförderten Studien am Inselspital geleitet werden, unterstreicht die hohe Qualität der klinischen Forschung am Standort. Die Projekte greifen unterschiedliche medizinische Herausforderungen auf: von Herzklappenerkrankungen über Gefässentzündungen bis hin zu Schlaganfällen. Ihr gemeinsames Ziel ist es, die Behandlung von Patient:innen auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse weiter zu verbessern.

Die Forschungsfragen der drei geförderten Projekte im Überblick:

Projekt 1: Welche Behandlung ist bei verengter Aortenklappe mit zwei statt drei Klappentaschen (bikuspide Aortenklappe) sicherer und wirksamer?
Menschen mit einer angeborenen Fehlbildung der Aortenklappe benötigen häufig einen Klappenersatz. Bislang ist unklar, ob ein minimalinvasiver Eingriff über einen Katheter genauso sicher und langfristig wirksam ist wie eine offene Herzoperation. Die internationale Studie NAVIGATE vergleicht beide Behandlungen bei 1500 Patient:innen und soll helfen, künftig für Betroffene die bestmögliche Therapie zu wählen.

(«NAVIGATE-Studie» unter der Leitung von Prof. Dr. med. Matthias Siepe, Universitätsklinik für Herzchirurgie, und Prof. Dr. med. Stephan Windecker, Universitätsklinik für Kardiologie)

Projekt 2: Kann eine deutlich kürzere Kortisontherapie eine Gefässentzündung genauso wirksam behandeln?
Die Riesenzellarteriitis ist eine Entzündung der Blutgefässe, die unbehandelt schwere Folgen bis hin zur Erblindung haben kann. Kortison wirkt zwar zuverlässig, verursacht aber häufig erhebliche Nebenwirkungen. Die GISCO-Studie untersucht, ob eine achtwöchige Kortisontherapie genauso wirksam ist wie die heute übliche 26-wöchige Behandlung – und so die Belastung für Patient:innen deutlich reduziert. 

(«GISCO-Studie» unter der Leitung von PD Dr. med. Lisa Christ, Universitätsklinik für Rheumatologie und Immunologie)

Projekt 3: Welche Behandlung hilft bei einem Schlaganfall durch den Verschluss eines mittleren oder distalen Hirngefässes – und für welche Patient:innen?

Für Schlaganfälle durch den Verschluss eines mittleren oder distalen Hirngefässes ist die medikamentöse Auflösung des Gerinnsels bislang die einzige etablierte Therapie. Ob zusätzliche minimal-invasive Therapien den Behandlungserfolg verbessern, ist unklar. Die internationale MANAGE-DISTAL-Studie vergleicht bei 1200 Patient:innen die Standardtherapie mit zwei zusätzlichen Verfahren: der mechanischen Entfernung des Gerinnsels und der lokalen Gabe eines gerinnselauflösenden Medikaments. Ziel ist es, künftig besser vorhersagen zu können, welche Patient:innen von welcher Behandlung profitieren.

(«MANAGE-DISTAL-Studie» unter der Leitung von Prof. Dr. med. Urs Fischer, Universitätsklinik für Neurologie, und Prof. Dr. med. Johannes Kaesmacher, Universitätsinstitut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie, gemeinsam mit Prof. Dr. med. Marios Psychogios vom Universitätsspital Basel) 

Haben einen IICT-Grant des SNF erhalten (v.l.n.r.): Prof. Dr. med. Johannes Kaesmacher, Prof. Dr. med. Matthias Siepe, Prof. Dr. med. Stephan Windecker, PD Dr. med. Lisa Christ und Prof. Dr. med. Urs Fischer