Die Insel Gruppe hat mit Epic ihr Klinikinformations- und Steuerungssystem (KISS) im März 2024 erfolgreich eingeführt und damit über 50 bestehende, teils stark veraltete klinische Systeme abgelöst. Parallel zur Einführung des neuen Klinikinformations- und Steuerungssystems hat sie eine umfassende digitale Transformation der gesamten Spitalorganisation eingeleitet. «Ziel war es, die Prozesse in allen Bereichen grundlegend neu auszurichten und zu verbessern, wovon die Patientinnen und Patienten bereits heute profitieren», erklärt dazu Adrian Schmitter, Verwaltungsratspräsident der Insel Gruppe.
Digitalisierung verbessert die Versorgung messbar
Die Patient:innen profitieren unmittelbar von der erfolgreich umgesetzten Digitalisierung: So haben inzwischen bereits 63'000 Patient:innen mit dem Patientenportal myInsel jederzeit Zugriff auf ihre Gesundheitsinformationen. Sie können Resultate der Behandlungen sowie Befunde abrufen und Termine einfacher buchen. Zuweisende Arztpraxen und Spitäler nutzen das Zuweiserportal InselLink für einen direkten und sicheren Datenaustausch mit der Insel Gruppe. Digitale Sicherheitsmechanismen verhindern Verwechslungen bei Bluttransfusionen und Laborproben. Ärzt:innen kommunizieren zudem schneller und sicherer via Secure Chat direkt in Epic, administrative Prozesse werden vereinfacht.
Investitionen für digitale Transformation
Die einmaligen Projektkosten für die Einführung von Epic und die damit verbundenen Projektarbeiten der digitalen Transformation setzen sich wie folgt zusammen:
- 59.2 Mio. Franken: Einmalige Projektinvestition für die Systemeinführung sowie Lizenzkosten von Epic
- 42.4 Mio. Franken: übrige Projektkosten, unter anderem für externe Projektmitarbeitende und Schulungen
Dies ergibt externe Projektkosten für die Einführung des Klinikinformations- und Steuerungssystems von 101.6 Millionen Franken.
Hinzu kommen:
- 52.5 Mio. Franken: Personalkosten für interne IT-Mitarbeitende sowie Mitarbeitende aus den medizinischen Bereichen, die während der rund vierjährigen Projektphase für die Einführung von Epic tätig waren.
- 28.4 Mio. Franken: Kosten für die sogenannten Beistell-Leistungen. Dazu gehören der Ausbau und die Modernisierung der IT-Infrastruktur wie die Beschaffung von rund 3500 neuen Mobilgeräten, 2000 Printer in den Medizinbereichen, Badge-Reader sowie die Erhöhung der Kapazität der Datenleitungen und der WLAN-Versorgung.
Damit betrugen die Kosten für die Projektarbeiten der digitalen Transformation und Einführung von Epic insgesamt rund 182.5 Millionen Franken.
Kosten des Klinikinformations- und Steuerungssystems Epic
Die Kosten für das neue Klinikinformations- und Steuersystem von Epic beträgt für zehn Jahre rund 104.2 Millionen Franken. Nebst den einmaligen Kosten des Einführungsprojektes und von Lizenzkosten von 59.2 Millionen Franken sind darin zusätzlich Betriebs- und Wartungskosten bis 2032 im Umfang von insgesamt rund 45 Millionen Franken eingeschlossen. Die ursprüngliche Offerte und der Zuschlag betrugen rund 83 Millionen Franken. Darin nicht enthalten waren die Mehrwertsteuer, die exakten Nutzungszahlen (Fälle und Nutzer:innen sind gestiegen) sowie einzelne Module und Schnittstellen, die im Laufe der Einführung zusätzlich bezogen wurden.
IT-Betriebskosten sind stabil
Die jährlichen Kosten für Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) der Insel Gruppe sind stabil und machten in den letzten fünf Jahren jeweils rund sieben Prozent des Ertrages aus. «Die Investitionen in die digitale Transformation sind essentiell für die Medizin der Zukunft. Sie zahlen sich im täglichen Klinikbetrieb bereits heute aus und verbessern die Patientenversorgung. Sie erhöhen die Effizienz im gesamten Spitalbetrieb», betont Jennifer Diedler, Vorsitzende der Geschäftsleitung der Insel Gruppe.
Daten auf lokalen Rechenzentren
Mit den Basisapplikationen von Epic verbleiben sämtliche Patientendaten ausschliesslich auf den Servern der Insel Gruppe im lokalen Rechenzentrum auf dem Gelände des Inselspitals in Bern. Der Zugriff auf Patientendaten ist grundsätzlich auf Mitarbeitende beschränkt, welche direkt oder indirekt zur Behandlung beitragen müssen. Ist eine Weitergabe von Patientendaten aus medizinischen Gründen notwendig, geschieht dies unter Einhaltung des Datenschutzes. Die Fachstellen der Insel Gruppe stehen dazu laufend im Austausch mit der Datenschutzaufsichtsstelle des Kantons Bern.
Insel Gruppe mit Pionierrolle in Europa
Nach der erfolgreichen Einführung entwickelt die Insel Gruppe das Klinikinformations- und Steuerungssystem gezielt weiter und nimmt dabei eine Pionierrolle ein. «Wir sind europaweit führend und entwickeln die digitale Transformation zum Nutzen unserer Patientinnen und Patienten laufend weiter», erklärt dazu Jennifer Diedler.
Aktuell wird die Erweiterung der Funktionen von Epic um «Cosmos» und «Nebula» geprüft. Mit «Cosmos» würde die Insel Gruppe an einem weltweiten, anonymen Gesundheitsdatenraum teilnehmen, womit die bestmögliche Behandlung der Patient:innen unterstützt und die Zusammenarbeit in der internationalen Forschung gefördert wird. Die Plattform «Nebula» schafft die Grundlage, um mit künstlicher Intelligenz die Behandlungseffizienz und Patientensicherheit weiter zu steigern. Gleichzeitig werden die Mitarbeitenden von administrativen Aufgaben entlastet.
Für die Plattform «Nebula» werden ausgewählte Daten für eine Dauer von maximal 30 Tagen vorübergehend ausserhalb der Insel Gruppe gespeichert. Im Fall des weltweiten Gesundheitsdatenraumes «Cosmos» würden die Daten anonymisiert und anschliessend von Epic in den USA gehostet. «Nebula» wird aktuell mit der ausdrücklichen Zustimmung der teilnehmenden Patient:innen getestet. Ob die beiden Erweiterungen in den Regelbetrieb der Insel Gruppe überführt werden, ist derzeit noch offen. Die Insel Gruppe steht dazu im Austausch mit der kantonalen Datenschutzaufsichtsstelle und lässt das Vorhaben prüfen. «Datensicherheit hat für uns höchste Priorität», sagt Adrian Schmitter. «Gleichzeitig wollen wir unseren Patientinnen und Patienten den Zugang zu neuen medizinischen Möglichkeiten nicht verwehren. Die Anwendungen Nebula und Cosmos bieten grosses Potenzial, um die Qualität der medizinischen Versorgung weiter zu verbessern.»

