700 Seelsorge-Notfalleinsätze

Dienstag, 29. Dezember 2015, 08:00 Uhr

2015 leistete die Spitalseelsorge des Inselspitals Bern 700 Piketteinsätze für Patienten in seelischer Not.

Hilft in seelischen Ausnahmesituationen: die Seelsorgerin am Spitalbett. (Foto: Tanja Läser)

Jedes Jahr gefragter: Die Notfallseelsorge im Inselspital Bern. (Grafik: zvg)

Mit Notfallinterventionen ausserhalb der regulären Arbeitszeit leistet die Spitalseelsorge in lebensbedrohlichen und anderen akut kritischen Situationen psychologische und spirituelle erste Hilfe. 2015 betrug die Zahl dieser Einsätze rund 700 (693 bis 28.12.2015). Seit 2003 ist der Bedarf kontinuierlich gestiegen, insgesamt um rund 350 Prozent.

Nebst den Notfallinterventionen wird die Seelsorge häufig standardisiert bei kritischen Momenten und langen Spitalaufenthalten einbezogen: 58 von 100 Einsätzen kommen auf Wunsch der Patienten oder Angehörigen zustande, 37 auf Initiative des Pflegepersonals  und 5 auf Initiative der Seelsorge selber. Das religiöse oder weltanschauliche Spektrum der Patienten, die diese Dienstleistung beanspruchen, reicht von tief religiös bis atheistisch. Das Inselspital setzt für die Seelsorge 9 Theologinnen und Theologen mit total 600 Stellenprozenten ein. Für französisch sprechende Patientinnen und Patienten besteht zweimal pro Woche ein frankophoner Freiwilligen-Besuchsdienst von 8 Bénévoles.

Gesetzliche Pflicht

Gemäss Spitalversorgungsgesetz Art. 53 stellen die Spitäler für Patientinnen, Patienten und Angehörige die professioneller Spitalseelsorge sicher. Die Seelsorge ist für alle Menschen zugänglich, unabhängig ihrer religiösen oder weltanschaulichen Überzeugung. Die Spitalseelsorgerinnen und Spitalseelsorger arbeiten interkonfessionell und vermitteln bei Bedarf Seelsorger anderer Konfessionen und Religionen.