OP-Design reduziert Spitalinfektionen

Dienstag, 15. November 2016, 10:15 Uhr

Nach grossen Herz-Operationen tritt selten eine gefährliche Bakterien-Infektion auf. Ein Gerät zur Regulation der Körperwärme ist dafür verantwortlich. Seit der Entdeckung erarbeitet das Berner Inselspital Richtlinien zur Infektions-Prävention.

Herz-Operation am Inselspital (Foto: Paul Libera, Inselspital).

Das aus Lungenentzündungen bekannte Bakterium M. chimaera ist im Wasser heimisch. Bisher unbekannt war, dass es im Wasserdampf auch über die Luft übertragbar ist. Auf diesem Weg infizierten sich weltweit mindestens 70 Patienten während einer Herzklappen-Operation oder Herz-Transplantation mit dem Bakterium. Weil eine Infektion relativ selten ist und erst Monate bis Jahre später Symptome auftreten, war der Übertragungsweg von M. chimaera bislang unklar.

Geräte zur Temperaturregulation vom Patienten trennen

Infektiologen des Inselspitals haben gemeinsam mit Zürcher Kollegen die Quelle es Bakteriums gefunden: Es sind weit verbreitete Geräte zur Regulation der Körperwärme des Patienten, die im Verbund mit Herz-Lungen-Maschinen eingesetzt werden. Isoliert man die Apparate jedoch von der Luftzirkulation des Operationssaals, kann die Gefahr beinahe vollständig eliminiert werden.

Die sicherste Lösung ist, die Geräte in einem Nebenraum mit separater Luftzirkulation unterzubringen. Diesen Weg hat das Inselspital bereits 2011 beim Bau seiner vier neuen Herz-Operationssäle im Intensiv-, Notfall- und Operationszentrums (INO) beschritten. Zudem verwendet es ein Gerät, welches keinen Wasserdampf abgibt. Dank dieser Massnahmen gab es am Inselspital keine Fälle von M. chimaera-Infektionen, und es sind auch keine zu erwarten.