Knie- und Hüftarthrose: Welche Schmerz-Medis helfen?

Freitag, 18. März 2016, 10:10 Uhr

Gemäss einer in "Lancet" publizierten Berner Studie wirkt Paracetamol nicht besser als Placebo gegen Arthrose-Schmerzen.

Welches Medikament hilft Senioren gegen Arthrose-Schmerzen in Knie und Hüfte? (Foto: ABSFreePic)

In der bisher umfassendsten Analyse von Schmerzmitteln bei Patienten mit Knie- und Hüftarthrose hat Paracetamol keine klinisch relevante Wirksamkeit gezeigt. Das Medikament Diclofenac wirkt hingegen besser als viele neuere auf dem Markt befindliche Schmerzmittel. Dies ist das Ergebnis einer soeben in der renommierten Fachzeitschrift "Lancet" publizierten Meta-Analyse der Universität Bern und des Inselspitals.

Für die Analyse konnten Resultate von 74 Studien bei 58‘556 Patienten berücksichtigt werden. Untersucht wurde die Wirkung von insgesamt 22 medikamentösen Therapien und Placebo in Bezug auf Schmerzreduktion und Verbesserung der Bewegungseinschränkung. Diese 22 Therapien
emthielten unterschiedliche Dosierungen von Paracetamol und von sieben verschiedenen nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR).

Jeder Fünfte über 60 betroffen

Arthrose ist weltweit die häufigste Gelenkerkrankung. In der Schweiz sind 20 Prozent der Bevölkerung über 60 Jahre betroffen. Die Krankheit führt zu Schmerzen, funktionellen Einschränkungen der Gelenke, verminderter körperlicher Aktivität und auch zu einem erhöhten Sterberisiko.

Die Schmerzbehandlung folgt einem abgestuften Schema, in welchem sowohl der Arzneistoff Paracetamol als auch die Klasse der sogenannten nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) mit einer Vielzahl von Präparaten eine zentrale Rolle spielen.

Bisher wurde in Empfehlungen und Richtlinien weder zwischen NSAR und Paracetamol differenziert, noch zwischen den einzelnen NSAR-Präparaten. Deshalb war bisher nicht bekannt, ob sich die unterschiedlichen Präparate in ihrer schmerzlindernden Wirksamkeit unterscheiden. Nun hat eine Forschergruppe um Sven Trelle vom Klinischen Studienzentrum CTU der Medizinischen Fakultät der Universität Bern und des Inselspitals sowie vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern dies erstmals untersucht.

Link zur Lancet-Originalstudie vom 18. März 2016