Spital Aarberg: Leben retten mit den Bee Gees

Donnerstag, 07. Januar 2016, 08:00 Uhr

Ah, ha, ha, ha, stayin' alive, stayin' alive. Dieser Refrain rettet Leben. Bald auch im Einzugsgebiet des Spitals Aarberg.

Die Aarberger Ambulanz (hier das Vorführmodell vom April 2014) ist schnell. Noch schneller ist der First Responder. (Archivbild: zvg)

Rund 50mal rückt der Rettungsdienst Aarberg jedes Jahr im Schnitt wegen Herz-Kreislaufstillstand aus. Im Mittel braucht die Ambulanz im Seeländer Einsatzgebiet rund 15 Minuten bis zum Patienten. Die Warte-Minuten können das Schicksal des Patienten besiegeln, wenn kein First Responder zur Stelle ist: ein geschulter Laie, der weiss, was zu tun ist.

Unersetzliche Helfer

Der Rettungsdienst Aarberg bildet ab April 2016 im Rahmen des kantonalen First-Responder-Konzepts solche ortsansässigen Nothelfer aus, von Laien über Feuerwehrangehörige bis zu Samariterinnen. Im Notfall sind sie in Minutenschnelle beim Patienten. Die Sanitätsnotrufzentrale in Bern bietet sie bei den Einsatz-Stichworten „starke Brustschmerzen“, „Reanimation“ und „bewusstlose Person“ auf. Bei Eintreffen beim Patienten beginnen sie mit den lebensrettenden Sofortmassnahmen, bis die Ambulanz eintrifft. Am Dienstagabend, 12. Januar erhalten Interessenten im Spital Aarberg eine erste Orientierung. Kontakt-Adresse für Interessenten: Hanspeter Schwab, Rettungssanitäter, Spital Aarberg, 032 391 82 82.

Alle First Responder haben den Basis-Kurs mit Defibrillator-Einsatz bestanden. In einem spezifischen Zusatz-Kurs lernen sie die Besonderheiten der Einsatzsituationen kennen. 24 Stunden und 365 Tage sind sie einsatzbereit und helfen unentgeltlich und freiwillig dort, wo sie dringend benötigt werden.  Mit dem First-Responder-System wird auch im Seeland die optimale medizinische Versorgung der Bevölkerung gewährleistet.

CPR im Disco-Rhythmus

Gefragt ist in der Herz-Kreislauf-Notsituation – weltweit häufigste Todesursache! – die Cardiopulmonale Reanimation CPR, auf deutsch: Herz-Lungen-Wiederbelebung. Zentrales Element: die Herzdruck-Massage. Die Helferin drückt dem Patienten mit beiden Händen in der Mitte des Brustbeins auf den Brustkorb, 100- bis 120mal pro Minute.

Das entspricht dem Rhythmus des 70er Jahre Disco-Hits „Stayin‘ alive“ der Bee Gees. Dieser Song aus dem Travolta-Film „Saturday Night Fever“ wird deshalb weltweit für die CPR-Schulung eingesetzt. Die Britische Herzstiftung hat dazu ein witziges Video auf YouTube veröffentlicht: Vinnie Jones' hard and fast Hands-only CPR, http://www.youtube.com/watch?v=ILxjxfB4zNk.

CPR ist anstrengend. Es ist gut, wenn sich mehrere Helfer abwechseln und einen „Defi“ einsetzen können. Kommt der automatisierte externe Defibrillator (AED-Gerät) in den ersten Minuten eines Herzkammerflimmerns zum Einsatz, beträgt die Überlebenswahrscheinlichkeit etwa 65%.