Angelina, was soll ich tun?

Donnerstag, 29. Oktober 2015, 08:41 Uhr

Für Trägerinnen des Brustkrebsgens BRCA stellen sich schwierige Fragen. In Gesprächskreisen zu familiärem Brust- und Eierstockkrebs bietet das Brustzentrum des Inselspitals neu Diskussionsmöglichkeiten mit Mitbetroffenen und Fachärztinnen an.

Frauen tauschen sich an der Berner Frauenklinik über Brustkrebs aus. (Foto: Tanja Läser)

Frauen die wissen, dass sie ein familiär erhöhtes Risiko haben, an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken, stehen vor einer Reihe schwieriger Herausforderungen: Soll ich mich auf das Brustkrebsgen BRCA testen lassen? Wie kann ich einen positiven Test in der nahen Verwandtschaft oder gegenüber den eigenen Kindern kommunizieren? Welche Möglichkeiten der Prävention und Früherkennung gibt es? Und wie gehen andere Betroffene damit um?

Seit sich die berühmte Hollywood-Schauspielerin mit „Brustkrebsgen“ BRCA vorsorglich die Brüste und schliesslich Eierstöcke und Eileiter entfernen liess, spürt auch das Inselspital den Angelina-Jolie-Effekt. Die Konsultationszahlen in der von Dr. med. Manuela Rabaglio geleiteten genetischen Sprechstunde sind seither deutlich angestiegen. Weil die öffentliche Sensibilisierung also da ist, wollen besonders Frauen mit familiär erhöhtem Brust- und Eierstockkrebs-Risiko ihre Möglichkeiten kennen und darüber sprechen.

Gesprächskreise und Beratungs-Hotline

Die anhaltende Nachfrage nach individueller genetischer Risikoberatung und nach Austausch in der Gruppe nimmt das Brustzentrum des Inselspitals zum Anlass Gesprächskreise zum Thema zu gründen. Viermal im Jahr haben Betroffene, Angehörige und andere Interessierte nun Gelegenheit, gemeinsam an der Frauenklinik über genetisch bedingten Brustkrebs zu sprechen. Der Gesprächskreis familiärer Brust- und Eierstockkrebs findet erstmals am 4. November 2015 statt. Weitere Termine folgen im Februar, Mai und August 2016.

„Viele Frauen machen sich Sorgen, weil sie in der Familie Fälle von Brustkrebs haben. In der Beratung, im Austausch mit anderen oder durch einen Gentest können sie oft entlastet werden“, sagt Dr.med. Laura Knabben, Oberärztin am Brustzentrum und Initiantin der Gesprächskreise. Zusätzlich zu den vierteljährlichen Veranstaltungen bietet sie neu ab November eine BRCA Hotline an, über welche die Ärztin Patientinnen einmal in der Woche telefonisch berät.

BRCA Hotline: jeden Mittwoch von 12:00 – 13:00 Uhr, Telefon: 031 632 08 07, Dr. med. Laura Knabben.

Flyer zum BRCA Gesprächskreis

Brustzentrum Inselspital